Im Rahmen der Sächsischen Länderwoche, in der sich der Freistaat Sachsen im Reformationsjahr mit einer Vielzahl von Veranstaltungen in Wittenberg präsentierte, organisierte das Zentrum für Kultur//Geschichte die abschließende Podiumsdiskussion am 2. September unter dem Motto: 10 Jahre Lutherdekade - was bleibt? Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath. Als Gesprächspartner hatten sie zu Gast Pfarrer im Ruhestand Heiner Sandig, langjähriger Landtagsabgeordneter und Ausländerbeauftragter Sachsens, Frank Richter, von 2009 bis Januar 2017 Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und seit Februar 2017 Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, sowie Dr. Michael Beyer, Reformationsforscher und Experte für Lutherrezeption. 

In der Gesprächsrunde wurde das Jubiläum auch durchaus kritisch hinterfragt, etwa ob nicht die Person Martin Luthers zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wurde anstatt den Reformationsprozess, ob die historische Erinnerung das Gedenken zum Nachteil der religiös-spirituellen Besinnung überwiegt, dass ein solch fundamentales Ereignis mit derart intensiver und langer Vorbereitung auch anders hätte gefeiert werden können, oder wie das starke staatliche Engagement angesichts der Trennung von Staat und Kirche zu bewerten ist. Grundsätzlich aber, da waren sich die Gesprächsteilnehmer einig, hat die Vermittlung in die Gesellschaft hinein funktioniert, da es eben nicht nur Ausstellungen und (wissenschaftliche) Publikationen waren, sondern es auch zahlreiche aktive Formate, Installationen, Theaterstücke und dergleichen gab und dabei auch aktuell berührende Fragestellungen angesprochen wurden.