Die Europäische Kommission hat das Jahr 2018 zum "Europäischen Kulturerbejahr" ausgerufen. Projekte in allen Ländern der EU sollen das kulturelle Erbe sichtbar machen und einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat 30 deutsche Projekte ausgewählt. Eines davon wurde vom Zentrum für Kultur//Geschichte organisiert und vorgeschlagen: Unter der Überschrift "Die Herrnhuter. Von Sachsen nach Europa" widmen wir uns dem Erbe der Herrnhuter. 

Die weltumspannende Bewegung der Herrnhuter Brüdergemeine nahm in Sachsen ihren Ausgang. 1722 hatte Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) auf den Fluren des Ritterguts Berthelsdorf in der Oberlausitz (Sachsen) Glaubensflüchtlinge aus Mähren angesiedelt, denen die Ausübung des evangelischen Glaubens im Königreich Böhmen verboten worden war. So entstand 1722 die Siedlung Herrnhut. Eine Abendmahlsfeier am 13. August 1727 wurde als Erweckungserlebnis empfunden. Seither gilt dieser Tag gilt als Gründungstag der Evangelischen Brüder-Unität (auch Mährische Brüder, Moravians), einer weltweit verbreiteten evangelischen Freikirche.

Ausgehend von Herrnhut, dem zentralen Bezugspunkt der Glaubenstradition der Brüdergemeine, bildete sich ein europaweites Netzwerk von Niederlassungen der Herrnhuter heraus. Diese ca. 30 Orte zeichnen sich durch ein ganz eigenes, unverwechselbares Gepräge aus, das in vielen Orten bis heute ablesbar ist. In 7 europäischen Ländern bestehen noch lebendige oder ehemalige Herrnhuter-Siedlungen.

Ziel des Projektes ist es, ein Netzwerk der Herrnhuter-Siedlungen in Europa aufzubauen. Eingebunden werden alle, die heute die Herrnhuter-Siedlungen nutzen, betreiben, mit Leben erfüllen oder touristisch vermarkten. Über den Aufbau eines Netzwerk-Büros, gegenseitige Besuche und die Veranstaltung einer Konferenz in Herrnhut sollen die Verbindungen zwischen den Akteuren gestärkt werden. Zudem soll ein Wegweiser zu den Orten der Herrnhuter in sechs Sprachen herausgegeben werden. So entsteht eine europäische Kulturroute, die anhand des Erbes der Herrnhuter so wichtige Werte wie Glaubensfreiheit, Respekt vor anderen Sprachen und Kulturen sowie die Überwindung nationaler und konfessioneller Grenzen vermittelt.

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