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Wir machen Kultur//Geschichte lebendig!

Das Zentrum für Kultur // Geschichte verbindet kulturelle und historische Fakten mit der Gegenwart und bewahrt sie vor dem Vergessen. Zu den Kernkompetenzen gehört die gesamte Bandbreite des Projektmanagement, angefangen mit der Projektentwicklung, der Evaluierung und Optimierung von Projekten, über die Projektsteuerung bis hin zum Monitoring. Das Zentrum ist ein erfahrener Partner bei der Entwicklung von serviceorientierten Tourismuskonzepten und unterstützt bei der Entwicklung individueller Tourismusstrategien. Wir bieten maßgeschneiderte Leistungen u. a. in Form von Ausstellungen, Museumskonzeptionen, Publikationen, Recherchen und Exkursionen. Unsere Arbeiten sind wissenschaftlich fundiert und dennoch allgemeinverständlich. Moderne Publikationen mit zahlreichen Hintergrundinformationen regen zum Mitdenken an und sind optisch ansprechend gestaltet. Erst dadurch lassen sich Kultur und Geschichte mit allen Sinnen erfahren.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Einblick in unser Leistungsspektrum und unsere Arbeitsweise.

In der Unteren Orangerie des Barockgartens Großsedlitz kann seit dem 18. Juni 2022 die Ausstellung "Sachsen und Litauen" besichtigt werden, für die Dr. Matthias Donath und Dr. Lars-Arne Dannenberg verantwortlich zeichnen. Die Wanderausstellung, die nach der ersten Station in Sachsen anschließend durch Litauen tourt, ist das Ergebnis eines Projektes, welches vom Sächsischen Staatsministerium des Innern sowie von der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH gefördert wurde, weshalb der Blick nicht nur auf die Geschichte geworfen wird, sondern der Fokus auch stark auf die Gegenwart gerichtet ist.

Die zweisprachige Ausstellung schildert, welche wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern über Jahrhunderte bestanden und wie die Zusammenarbeit heute aussieht. Das Ausstellungsvorhaben hat angesichts des Krieges in der Ukraine ungeahnte Aktualität bekommen. Gerade durch die diachrone Schau verdeutlicht die Ausstellung die enge Verbundenheit Sachsens mit den Menschen in den baltischen Ländern, ihrer Geschichte und Kultur und macht deutlich, dass Litauen Teil der europäischen Kultur- und Wertefamilie ist.

Die Ausstellungsinhalte und zahlreiche weitergehende Informationen sind reich illustriert im Heft 4/2021 der "Sächsischen Heimatblätter" publiziert.

Seit dem 10. Juni 2022 kann im Sonderausstellungsbereich im zweiten Obergeschoss des Schlosses Moritzburg die Ausstellung "Sachsens Afrika" besichtigt werden. Sie entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH. Inhalt der Ausstellung sind die kulturellen Wechselwirkungen zwischen Sachsen und Afrika im Augusteischen Zeitalter – aber auch schon davor. Schwarze in Sachsen waren zunächst vor allem die sog. "Kammermohren" am Hof der Kurfürsten von Sachsen und Könige von Polen. Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath erarbeiteten die Inhalte der Ausstellung und recherchierten dafür rund zwei Jahre in Archiven, während Margitta Hensel die Afrikaexpedition Augusts des Starken 1731-1733 in den Blick nahm. Projektleiter war Dr. André Thieme. Die Ausstellungsgestaltung nahm Antje Werner in Zusammenarbeit mit Anja Maria Eisen vor. In die Ausstellung sind "Interventionen" von Aktivistinnen integriert, die den vorgeblich "weißen" Blick auf Afrika kritisch hinterfragen. Die beiden Politikwissenschaftlerinnen, die für diesen Teil verantwortlich zeichnen, sind der Meinung, in Buch und Ausstellung werde ein "größtenteils weißer, kolonialer und eurozentrischer Blick" auf schwarze Menschen gerichtet, wozu Udo Lemke in der "Sächsischen Zeitung" vom 10. Juni 2022 kommentierte: "Für den Vorwurf der Reproduktion kolonialer und rassistischer Denkmuster, Bezeichnungen und Darstellungen, den sie erheben, lassen sich in der Schau allerdings keine Belege finden."

Zur Ausstellung erschien beim Via Regia Verlag der reich bebilderte Begleitband "Augusts Afrika" (https://via-regia-verlag.de/laender-und-regionen/laender-und-regionen-sachsen/augusts-afrika). In ihm sind die aktuellen Forschungsergebnisse des Zentrums für Kultur//Geschichte enthalten.

Auf der Mitgliederversammlung im April 2022 wurde Dr. Lars-Arne Dannenberg zum neuen Präsidenten der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften (OLGdW) gewählt. (www.olgdw.de) Die OLGdW wurde 1779 von Bürgerlichen und  Adligen zur Erhebung des akademischen und wissenschaftlichen Lebens in der Oberlausitz gegründet. Sie ist eine der ältesten Gelehrtengesellschaften im deutschsprachigen Raum, ihre wissenschaftlichen Sammlungen und Buchbestände gehören zu den wertvollsten und bedeutendsten Sammlungen und historischen Bibliotheken in Europa.

Heute veranstaltet die Gesellschaft wissenschaftliche Tagungen und gibt eigene Publikationen heraus.

Torgau ist der Standort der 9. Sächsischen Landesgartenschau. Bereits im Vorfeld hatte der Torgauer Geschichtsverein Forschungen angestoßen, die ein bisher kaum bekanntes Kapitel der Stadtgeschichte behandeln: Torgau war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein naturwissenschaftliches Forschungszentrum. Ein Netzwerk um den Torgauer Stadtarzt Johann Kentmann (1518–1574) beschäftigte sich mit Pflanzen, Wirkstoffen, Gesteinen und Heilkunde. Dies belegt das „Kreutterbuch“, das Johann Kentmann 1573 für Kurfürst August von Sachsen anfertigte und das in der SLUB Dresden erhalten geblieben ist. Großformatige Zeichnungen dokumentieren die Pflanzenwelt, die Kentmann in den Torgauer Gärten vorfand, vor allem im Apothekergarten des Johannes Kreich, wohl aber auch im kurfürstlichen Lust- und Baumgarten nahe dem Torgauer Schloss. Vor allem Pflanzen, die aus der „neuen Welt“ und dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa kamen, sind im „Kreutterbuch“ erstmals abgebildet, zum Beispiel die Tomate, die Tulpe oder das Schneeglöckchen.

Die Ausstellung im Stadt- und Kulturgeschichtlichen Museum unter dem Titel „Vom Paradiesgarten zur Gartenlaube. Johann Kentmann und die Torgauer Gärten“ gibt einen Einblick in die Gartenkultur Torgaus vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Kurator war Dr. Matthias Donath, der ein Konzept des Leipziger Ausstellungsbüros KOCMOC, welches auch die Ausstellungsgestaltung übernahm, weiterentwickelte.

Der älteste „Garten“ der Ausstellung ist ein gemalter Paradiesgarten in einem tonnengewölbten Raum im Erdgeschoss des Museums. Die Ausmalung wurde um 1480 geschaffen, als das heutige Museumsgebäude noch das Stadthaus des Klosters Nimbschen in Torgau war. Schon vor 20 Jahren wurde die Ausmalung unter dicken Übermalungen entdeckt. Dank umfangreicher Förderungen des Freistaats Sachsen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte sie nunmehr im ganzen Raum freigelegt werden. Es handelt sich um die größte zusammenhängende spätgotische Rankenmalerei dieser Art in Sachsen. Phantasievögel, Blüten, wilde Männer und Frauen beleben die gemalte Gartenillusion.

Der zentrale Museumsraum, der zugleich für Veranstaltungen genutzt wird und deshalb eine Bestuhlung besitzt, wurde raffiniert in die Inszenierung einbezogen. Denn indem auf den Stühlen die Pflanzen aus Kentmanns „Kreutterbuch“ abgebildet sind, bilden sie einen „Stuhlgarten“. Er imaginiert die Bedeutung der botanischen Gärten des 16. Jahrhunderts, die leider alle verloren sind. Alle Spuren wurden durch den Dreißigjährigen Krieg und später durch den Bau der Festung Torgau beseitigt. Erhalten sind aber Bücher und Handschriften Kentmanns, die seine Bedeutung für die naturkundliche Forschung herausheben. Vorgestellt werden außerdem der kurfürstliche Baum- und Lustgarten, der im 17. Jahrhundert unterging, und der in den 1950er Jahren nach Entwurf von Hermann Schüttauf (1890–1967) neugeschaffene Rosengarten am Torgauer Schloss. Hauptstandort der Sächsischen Landesgartenschau ist das Glacis rund um die Torgauer Innenstadt. Dieser Teil der Festungsanlage wurde ab 1895 in einen Stadtpark umgewandelt. Wie die Ausstellung zeigt, zeichnet dieser die Lage der ehemaligen Bastionen nach und enthält auch Bauteile der früheren Festung.

Weitgehend unbekannt war bislang, welche Bedeutung Kleingärten für Torgau haben. Die Recherche im Vorfeld der Ausstellung ergab, dass keine andere Stadt in Sachsen eine derart hohe Kleingartendichte hat. Auf acht Einwohner kommt eine Gartenparzelle. Die ersten Kleingärten mit Lauben und Beeten entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert, bevor dann in den 1920er Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg und nochmals in den 1980er Jahren Kleingartensparten wie Pilze aus dem Boden schossen. Auch sie sind Teil der Torgauer Gartenkultur.

Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober 2022 geöffnet. Der wissenschaftliche Hintergrund kann in einem Begleitband nachgelesen werden, der als Band 16 der Schriften des Torgauer Geschichtsvereins im Via Regia Verlag erschien. Das Buch „Johann Kentmann und die Torgauer Gärten“ kostet 20,00 Euro und kann beim Torgauer Geschichtsverein, Wintergrüne 5, 04860 Torgau, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!bezogen werden.

© Stadt Freital

Das Heft 3/2021 der "Sächsischen Heimatblättern" ist der Stadt Freital gewidmet, die 1921 durch Zusammenschluss mehrerer Industriegemeinden im Plauenschen Grund bei Dresden gegründet wurde. Ursprünglich sollte die Publikation den Tag der Sachsen begleiten, der jedoch abgesagt wurde. Nicht verschoben ist indes das Stadtjubiläum, so dass die Stadt Freital und die "Sächsischen Heimatblätter" an einer stadtgeschichtlichen Publikation festhielten. Auf 128 Seiten wird das Leben in Freital in den letzten 100 Jahre mit einer Menge an historischen Details und zahlreichen Abbildungen dargestellt. Keine Epoche wird ausgelassen, zahlreiche Lebensbereiche wie Industrie, Wohnen, Kirche, Kunst und Kultur werden vorgestellt. Auch die NS-Zeit und die Jahre der DDR werden behandelt. Es ist die erste vollständige Stadtgeschichte Freitals - ein Standardwerk, das auch in den nächsten Jahren seine Gültigkeit behalten wird. Entstanden ist die Publikation dank der Unterstützung der Stadt Freital und vor allem der Städtischen Sammlungen Freital. Wir danken den zahlreichen kompetenten Autoren.

Oberbürgermeister Uwe Rumberg erhielt das erste Heft der erste Auflage am 8. September 2021 im Schloss Burgk. Das Bild zeigt ihn, den Herausgeber Dr. Matthias Donath sowie mehrere Autoren vor Schloss Burgk.

Aufgrund großer Nachfrage war die erste Auflage in wenigen Wochen vergriffen. Ab jetzt ist die zweite, weitgehend unveränderte, jedoch mit Korrekturen versehene Auflage lieferbar. Erhältlich ist sie hier, in der Thalia-Buchhandlung Weißeritzpark Freital, in den Städtischen Sammlungen Freital - Schloss Burgk, bei der Stadt Freital und in mehreren Dresdner Buchhandlungen.

Am 12. September 2022, dem Sächsischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung, wurde im Beisein des sächsischen Innenministers Prof. Dr. Roland Wöller das außerschulische Bildung- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat in den früheren Räumen der Energiefabrik in Knappenrode teileröffnet.

Konzept und Inhalte des Ausstellungsbereichs wurden vom Zentrum für Kultur//Geschichte in enger Zusammenarbeit mit deutschen und polnischen Kollegen, darunter Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll und Dr. Józef Zaprucki, erarbeitet.

Der nun eröffnete erste Ausstellungsbereich thematisiert anhand ausgewählter Exponate, die die Vertriebenen und Spätaussiedler auf ihrem Weg in eine ungewisse Zukunft mitnahmen und die bis heute die Erinnerung an die Herkunft wachhalten, die ehemaligen Heimatregionen. Sodann wird auf sieben Litfaßsäulen die Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählt mit all ihren Brüchen und Verwerfungen, der Neuordnung Europas aufgrund der Pariser Vorortverträge, Deutschlands Weg in die nationalsozialistische Diktatur, die schließlich den barbarischen Zweiten Weltkrieg provozierte, der mehr 70 Millionen Tote forderte und dessen Ende für ca. 12 Millionen Deutsche Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat bedeutete.

Der zweite Ausstellungsbereich wird den unterschiedlichen Umgang mit den Vertriebenen in Ost- und Westdeutschland thematisieren bis hin zu einer europäischen Lösung 2006 gemäß der Regelungen im Schengener Abkommen.

Das Zentrum für Kultur//Geschichte hat eine weitere Familie des sächsischen Adels erforscht und die Erkenntnisse in einem Buch zusammengefasst. Das Buch "Die Familie von Feilitzsch. Geschichte, Lebensbilder, Hintergründe und Schicksale" wurde am 31. Juli 2021 im Rittergut Trogen bei Hof (Nordbayern), seit über 700 Jahren im Besitz der Familie von Feilitzsch, an den Familienverband von Feilitzsch übergeben. Das Geschlecht ist seit 1353 im Vogtland nachweisbar und hat seitdem prägende Spuren im Vogtland, in Sachsen und in Bayern hinterlassen.

Autoren des Buches, welches als Band 13 in der Reihe "Adel in Sachsen" erscheint, sind Dr. Matthias Donath, Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Jens Kunze. Das Historikerteam hat rund vier Jahre an dem Werk gearbeitet. Dabei entstand das dickste und schwerste Buch, welches Dr. Donath und Dr. Dannenberg jemals veröffentlicht haben. Es wiegt immerhin 1,8 Kilogramm!

Das Buch überzeugt natürlich durch sein inhaltliches Gewicht. Es nimmt alle Jahrhunderte und alle Lebensbereiche der Familie von Feilitzsch in den Blick. An die Familiengeschichte, die in thematische Kapitel gegliedert ist, schließt sich eine Darstellung sämtlicher Rittergüter der Familie von Feilitzsch an. Der dann folgenden biografische Teil enthält die Lebensläufe von rund 400 Namensträgern seit dem Jahr 1800. Das Buch ist reich illustriert. Es enthält rund 400 Schwarz-Weiß-Abbildungen und 16 Farbtafeln. Stammtafeln verdeutlichen die verwandtschaftlichen Beziehungen. Ein umfassendes Register erschließt den Inhalt, während eine Karte die Rittergüter der Familie von Feilitzsch verortet.

Der 700 Seiten starke Band kann beim Via Regia Verlag bezogen werden und kosten 50,00 Euro zuzüglich Versandkosten. Ein Verkauf erfolgt nur an Personen, die ein berechtigtes Interesse nachweisen können. Dazu gehören wissenschaftliche Einrichtungen, Angehörige von Adelsfamilien sowie Heimatforscher und an Heimatgeschichte Interessierte.

Das Zentrum für Kultur//Geschichte arbeitet an weiteren Familiengeschichten des sächsischen Adels. In Vorbereitung sind opulente Werke zur Familie von Carlowitz (geplanter Erscheinungstermin 2022), Grafen von Zech-Burkersroda (geplanter Erscheinungstermin 2022) und von Bose (geplanter Erscheinungstermin 2023).

Das Zentrum für Kultur und Geschichte e. V. hat in Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchgemeinden in Meißen und Umgebung, die sich zu Jahresbeginn zum Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeindebund Meißner Land zusammengeschlossen haben, eine Broschüre über die Kirchen des Meißner Landes erstellt. Das "Kirchen-ABC Meißner Land" stellt nicht nur die Kirchengebäude des Gemeindebundes vor, sondern erläutert auch kirchliche Bräuche, des Feste des Kirchenjahres, mit den Kirchen verbundene Ausstattungsteile sowie theologische Grundbegriffe. Die Beiträge sind nach dem Alphabet geordnet - von A bis Abendmahl bis Z wie Zscheila. Blättert man durch die reich bebilderte Broschüre, kann man einen unterhaltsamen Spaziergang durch die Kirchen- und Heimatgeschichte der Lommatzscher Pflege und des Meißner Landes unternehmen. Dabei sind auch versteckte Kostbarkeiten zu entdecken, wie der "Götze von Zadel," der Taufengel in Röhrsdorf oder das Sühnekreuz bei Bockwen. Die Texte erstellte Dr. Matthias Donath gemeinsam mit Vertretern der Kirchgemeinden. Die Publikation entstand mit Hilfe einer Förderung des LEADER-Gebiets "Lommatzscher Pflege".

Die Broschüre wurde von den Kirchgemeinden und vom Zentrum für Kultur und Geschichte e. V. verteilt. Inzwischen ist sie hier vergriffen. Restbestände sind möglicherweise noch bei einigen Kirchgemeinden vorhanden.

Im Juni 2021 jährt sich die Gründung des römisch-katholischen Bistums Dresden-Meißen (bis 1980: Bistum Meißen) zum 100. Mal. Aus diesem Anlass erstellte ein Team um Dr. Matthias Donath und Dr. Lars-Arne Dannenberg, Herausgeber der "Sächsischen Heimatblätter", in enger Abstimmung mit dem Projektbüro Bistumsgeschichte des Bistums Dresden-Meißen ein Themenheft zu katholischem Leben in Sachsen im 20. und 21. Jahrhundert. Die 10 Aufsätze zeigen eindrücklich, dass die Geschichte des katholischen Glaubens und der katholischen Kirche in Sachsen nicht nur Angelegenheit einer Minderheit, sondern Teil der Landesgeschichte ist. Dr. Matthias Donath übergab die ersten Exemplare des Themenheftes am 16. März 2021 an Bischof Heinrich Timmerevers, Generalvikar Andreas Kutschke, Dr. Christian März vom Bischöflichen Ordinariat und Prof. Dr. Gerhard Poppe vom Projektbüro Bistumsgeschichte. Bischof Timmerevers dankte den Herausgebern und Autoren und wünschte, dass das Heft eine breite Leserschaft auch außerhalb des katholischen Milieus finden möge.

Am 5. Februar 2021 übergab Daniel Sommer vom Dresdner Ausstellungsbüro Whitebox die neugestalteten Räume des Meißner Dommuseums an das Hochstift Meißen. Noch können keine Besucher das Museum anschauen. Sobald der Dom nach dem Ende der Museumsschließungen wieder zugänglich ist, soll die feierliche Eröffnung nachgeholt werden. 

Kurator der neuen Ausstellung war Dr. Matthias Donath vom Zentrum für Kultur//Geschichte Niederjahna. Als ehrenamtlicher Vorsitzender des Dombau-Vereins koordinierte er zudem das Ausstellungsteam. Außerdem konnte er die Fördermittel einwerben, ohne die die Neugestaltung nicht möglich gewesen wäre. Finanzielle Zuschüsse in nicht unerheblicher Höhe kamen von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Sparkasse Meißen, der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Kulturraum Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und nicht zuletzt auch vom Dombau-Verein Meißen. 

Das Dommuseum wurden 1999 in den spätgotischen Räumen, die sich um den Hohen Chor des Meißner Doms herumlegen, eröffnet. Das Konzept, die Kirchengeschichte Sachsens zu erzählen, stammte vom langjährigen Dechanten Karlheinz Blaschke (1927-2020). Nach über 20 Jahren war es notwendig, die Ausstellung zu modernisieren und zu erneuern. Die Neugestaltung war von dem Grundsatz geleitet, mehr auf die Geschichte des Meißner Doms einzugehen und historische Vorgänge durch neue Medien anschaulich nahezubringen. Der erste Teil der Neugestaltung konnte bereits 2018 abgeschlossen werden. Dabei entstand ein Animationsfilm, der komplizierte Begriffe wie Hochstift oder Domkapitel in Comicform erzählt. 

Das Ergebnis der Neugestaltung sind vier Räume, die in ihrer mehr als 500-jährigen Gestalt "atmen" können. Die musealen Einbauten nehmen sich stark zurück, sind aber dennoch sichtbar. Denn es sind Elemente, die aus sich selbst heraus leuchten. Auch in Halbdunkel sind Schriften gut lesbar. Alle Beschriftungen erfolgen in deutscher und englischer Sprache. Indem die Museumselemente auf dunkelblauen, organisch geformten Metallplatten ruhen, war es möglich, Verkabelungen und Beleuchtungen ohne Eingriff in die historische Substanz zu ermöglichen.

Zu den Stärken des Museums gehören die originalen Räume - u. a. die Sakristei des Meißner Doms und die sogenannte Kapitelstube - sowie die hochkarätigen Exponate. Im Museumsbereich hängen fünf Werke von Lucas Cranach dem Älteren und Lucas Cranach dem Jüngeren. Allein die Cranach-Dichte im Meißner Dom ist außerordentlich. Die Gemäldetafeln "Schmerzensmann" und "Schmerzensmutter" (um 1520) sind erstmals öffentlich zugänglich. Sie stammen aus einer Privatsammlung und kamen über die Kirche in Constappel in den Meißner Dom. Hinzugefügt wurden sparsame Kommentierungen und Erläuterungen, etwa über die Gottesdienste im Meißner Dom vor und nach der Reformation. Dabei wurden neue, ungewöhnliche Medienformate eingesetzt. Die Geschichte des Meißner Doms nach der Reformation wird auf Tablets erzählt, durch die man navigieren kann. Einen sinnlichen Eindruck Meißens im Zeitalter der Romantik geben zwei Stereoskopbetrachter - so der Fachbegriff für "Guckis". Blickt man in diese hinein, sieht man Grafiken, Stiche und Architekturerfindungen aus dem 19. Jahrhundert in einer bestechenden 3D-Optik.

Einzelne bewährte Elemente wurden aus der vorhergehenden Gestaltung übernommen. Dazu gehören die Vitrine mit den Gewändern der Domherren. Es handelt sich um eine "lebendige Sakristei" - die Mäntel werden tatsächlich zu Gottesdiensten als geistliche Kleidung angelegt. Blickfang in der Kapitelstube ist das beeindruckende Modell der Westtürme des Meißner Doms aus dem Jahr 1902. 

Das Meißner Dommuseum zeigt, welche Leistungen das Zentrum für Kultur//Geschichte für Museen des 21. Jahrhunderts bieten kann:

- Komplette Einwerbung der Fördermittel, dadurch deutliche Reduzierung des Eigenanteils

- Vermittlung von Wissen an eine breite, internationale Zielgruppe durch kurze, prägnante Texte und starke Emotionen

- Einsatz modernster museumsdidaktischer Elemente

- Erschaffen eines Museums der neuen Generation

 

Der 2013 gegründete Freundeskreis Schlösserland Sachsen fördert und vernetzt staatliche, kommunale und private Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen. Er organisiert Spendenprojekte, fördert Bürgerbeteiligung und hilft bei der Erhaltung des sächsischen Kulturerbes mit. Aktuell gehören ihm rund 70 Schlösser, Burgen, Herrenhäuser und Gärten sowie zahlreiche Privatpersonen an. Seit der Gründung im November 2013 ist Dr. Matthias Donath der Vorsitzende. Bei der Mitgliederversammlung am 28.Juni 2020 wurde er einstimmig für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden gewählt.

Das Zentrum für Kultur//Geschichte konnte im Rahmen des Programmes "Revolution und Demokratie" des Freistaates Sachsen sechs Animationsfilme über Grundbegriffe der Demokratie veröffentlichen. Für das visuelle Konzept und die grafische Umsetzung danken wir der Agentur 3undzwanzig - Agentur für Werbung und Kommunikation aus Dessau-Roßlau. Aufgrund der Jubiläen "100 Jahre Novemberrevolution" und "30 Jahre Friedliche Revolution" befassen sich zwei Filme mit diesen elementaren Einschnitten der deutschen und sächsischen Geschichte.

Eher still und leise aufgrund der Corona-Krise öffnete die Ausstellung „350 Jahre Mythos August der Starke. GESCHICHTE. MACHT. IHR.“ ihre Pforten. Es ist die einzige Ausstellung im 350. Jubiläumsjahr des wohl populärsten Monarchen Sachsens, die bis zum 1. November 2020 in den barocken Prunkräumen von Schloss Moritzburg zu sehen ist.

Um August den Starken ranken sich zahlreiche Mythen, Erzählungen und Legenden. Aber es geht den Ausstellungskuratoren Dr. Matthias Donath und Dr. Lars-Arne Dannenberg nicht darum, sein „Doppelleben“ aufzudecken, sondern Entstehung und Wandel der Mythen aufzugreifen, denn Mythen verändern sich entsprechend den Bedürfnissen und Ansprüchen der Zeit. Der heutige Nationalheld Sachsens wurde noch im sittenstrengen 19. Jahrhundert eher negativ gesehen und taugte nicht als Vorbildfigur. Heute steht er für Lebensfrohsinn, für Kunst- und Kulturgenuss, für Weltoffenheit…

In phantasievollen Inszenierungen, die an Bühnenbilder erinnern, fand die Museumsgestalterin Antje Werner aus Dresden eine anregende Bildsprache im passenden Ambiente von Schloss Moritzburg. Exponate laden dazu sein, seine Kräfte zu messen, Teller zu verbiegen und Hufeisen zu zerbrechen (was allerdings aufgrund der derzeitigen Schutzbestimmungen nur eingeschränkt möglich ist). Kurze Animationsfilme erklären im Comicstil historische Begriffe und Zusammenhänge.

 

Zur Ausstellung ist ein mit über 300 farbigen Abbildungen reich illustrierter Begleitband erschienen, der die Entwicklung in den verschiedenen Medien aufgreift (140 Seiten, 15,- Euro). Er kann über den Via Regia Verlag bezogen werden (www.via-regia-verlag.de).

Der 22. Juni 1945 hat sich tief ins Gedächtnis der Bewohner des Zittauer Zipfels eingebrannt. In den Morgenstunden jenes Sommertages wurden die Bewohner unvermittelt durch polnisches Militär zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen und über die Lausitzer Neiße getrieben. In der DDR durften sie nicht über ihr Schicksal sprechen. Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath haben sich in einer mehrjährigen Forschungsarbeit deren Schicksal angenommen und nunmehr die Studie „Do hoan uns die Polen nausgetriebm. Vertreibung, Ankunft und Neuanfang im Kreis Zittau 1945-1950“ vorgelegt. Der Band besticht durch zahlreiche Einschübe von Originalzitaten betroffener Zeitzeugen, wodurch ein höchst packendes und lebendiges Bild von den dramatischen Ereignissen der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg entsteht.

Der Band ist im Buchhandel oder beim via regia Verlag (www.via-regia-verlag.de) erhältlich.

Dr. Lars-Arne Dannenberg wurde auf der Jahresversammlung der Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration im Freistaat Sachsen am 3. Februar 2020 in den Vorstand gewählt mit dem speziellen Aufgabenbereich der Betreuung der Stiftungssammlungen (Kustos). Zu den wichtigsten Aufgaben in den nächsten zwei Jahren gehört der Aufbau des Bildungs- und Begegnungszentrums in Knappenrode.

 

Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath vom Zentrum für Kultur//Geschichte haben im Auftrag des CSB Miltitz ein Ausstellungskonzept „Land am Klosterwasser“ entwickelt, das die kulturellen und gesellschaftlichen Besonderheiten dieser Kleinregion zeigt. Im Rahmen der Konzepterstellung wurden Symposien durchgeführt, um die Stimmungen und Vorstellungen der Akteure aufzunehmen. Das Konzept sieht für 2023 eine Sonderausstellung im Sorbischen Museum sowie Wanderausstellungen mit Bezug auf die Besonderheiten der Gemeinden in den Orten am Klosterwasser vor.

Auf der Mitgliederversammlung des Kamenzer Geschichtsvereins wurde Dr. Lars-Arne Dannenberg für weitere drei Jahre in den Vorstand gewählt.

Wir wünschen allen Freunden, Partnern und Förderern des Zentrums für Kultur//Geschichte ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2020, in dem sich alle Hoffnungen erfüllen und die gesteckten Ziele erreicht werden!

Für das ZKG hält auch das Jahr 2020 wieder spannende Projekte bereit. Unmittelbar vor der Drucklegung steht der Band „Nausgetriebn. Flucht und Vertreibung im Zittauer Zipfel 1945-1950“, in dem anhand von zahlreichen Zeitzeugengesprächen die Vertreibung von Sachsen aus den Dörfern rechts der Lausitzer Neiße und der Umgang mit den sogenannten Umsiedlern in der Sowjetischen Besatzungszone untersucht wird. Diese dramatische Epoche ist auch Teil der Sonderausstellung „entKommen“ die von den Städtischen Museen Zittau in diesem Jahr gezeigt wird und an deren Erarbeitung das ZKG konzeptionell beteiligt war.

Ebenfalls unter Beteiligung des ZKG entsteht auf dem Gelände der Energiefabrik Knappenrode die Dauerausstellung „Transferraum Heimat“, die mit modernen Ausstellungsformen die bis heute emotional aufgeladenen Ereignisse von Vertreibung und Integration bis in die Gegenwart in den Blick nimmt.

Ab dem 21. März 2020 wird auf Schloss Moritzburg die opulente Sonderausstellung „Geschichte.Macht.Ihr. Mythos August“ zu sehen sein, in der die Legenden und Zuschreibungen an August den Starken ins Visier genommen werden, jedoch nicht um diese zu entzaubern, sondern zu zeigen, wie diese Mythen entstehen, wie sie sich verändern und zum Selbstwertgefühl und zum Stolz der Sachsen beitragen.

Von den vier Ausgaben der Sächsischen Heimatblätter ist die erste überpünktlich bereits erschienen. Die übrigen Hefte widmen sich passend dem Thema der sächsischen Landesausstellung der Industriekultur Sachsens, dem Austragungsort des Tages der Sachsen – Aue und dem Thema Revolution und Demokratie, wobei der Blick weit in die (sächsische) Geschichte zurückreicht.

Auch Familienbiografien ausgewählter sächsischer Adelsfamilien, wie von Carlowitz, von Feilitzsch oder von Bose, stehen auf der Agenda des ZKG.

Weiterhin wird die Konzeption und Gestaltung des Königsfelder Tourismuscenters mit einem modernen Museum und Verkaufsmöglichkeiten vorangetrieben. Königsfeld im Schwarzwald ist eine zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründete Herrnhuter Siedlung, die gerade einen Umbruch erfährt und modernes Stadtmarketing mit einer grundlegenden touristischen Modernisierung erhält.

Das Jahresinhaltsverzeichnis der Sächsischen Heimatblätter Jahrgang 65 /2019 findet sich unter der Rubrik Sächsische Heimatblätter.

Wir wünschen allen Lesern der Sächsischen Heimatblätter sowie den Freunden und Förderern des Zentrum für Kultur // Geschichte eine gesegnete Weihnacht!

Das Zentrum für Kultur//Geschichte gestaltete am 4. Dezember 2019 einen Abend im Verbindungsbüro des Freistaats Sachsen in Brüssel (Belgien). Thema der Veranstaltung, zu der Gäste vor allem aus den Institutionen der Europäischen Union eingeladen waren, war das Erbe der Herrnhuter Brüdergemeine. Die im 18. Jahrhundert entstandene Herrnhuter Brüdergemeine verfolgt von Beginn an die europäische Idee, Menschen in Europa über Sprach- und Staatsgrenzenhinweg miteinander ins Gespräch zu bringen. Dies konnten Dr. Matthias Donath und Dr. Lars-Arne Dannenberg durch Kurzvorträge und eine moderierte Gesprächsrunde vermitteln. Befragt wurden Markus Gill, Pfarrer der EvangelischenBrüdergemeine Zeist (Niederlande), und der Architekt Daniel Neuer als Vertreter der Evangelischen Brüdergemeine Herrnhut. Das musikalische Erbe ließ der Bläserchor der Brüdergemeine Zeist mit Chorälen und festlicher Musik zur Adventszeit anklingen. Das ZKG konnte auf diese Weise das Erbe der Herrnhuter Brüdergemeine in Brüssel vorstellen und für die Etablierung einer Kulturroute der Herrnhuter Siedlungen in Europa werben.

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