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Wir machen Kultur//Geschichte lebendig!

Das Zentrum für Kultur // Geschichte verbindet kulturelle und historische Fakten mit der Gegenwart und bewahrt sie vor dem Vergessen. Zu den Kernkompetenzen gehört die gesamte Bandbreite des Projektmanagement, angefangen mit der Projektentwicklung, der Evaluierung und Optimierung von Projekten, über die Projektsteuerung bis hin zum Monitoring. Das Zentrum ist ein erfahrener Partner bei der Entwicklung von serviceorientierten Tourismuskonzepten und unterstützt bei der Entwicklung individueller Tourismusstrategien. Wir bieten maßgeschneiderte Leistungen u. a. in Form von Ausstellungen, Museumskonzeptionen, Publikationen, Recherchen und Exkursionen. Unsere Arbeiten sind wissenschaftlich fundiert und dennoch allgemeinverständlich. Moderne Publikationen mit zahlreichen Hintergrundinformationen regen zum Mitdenken an und sind optisch ansprechend gestaltet. Erst dadurch lassen sich Kultur und Geschichte mit allen Sinnen erfahren.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Einblick in unser Leistungsspektrum und unsere Arbeitsweise.

Auf der Jahreshauptversammlung des Mitteldeutschen Kulturrates in Bonn am 27.04.2018 wurde der Direktor des Zentrum für Kultur//Geschichte, Dr. Lars-Arne Dannenberg, in den Beirat der Stiftung Mitteldeutscher Kulturrat gewählt. Die Stiftung Mitteldeutscher Kulturrat (http://www.stiftung-mkr.de) fördert gemäß ihrem Satzungszweck Kultur und Wissenschaft im mitteldeutschen Raum, unterstützt Kulturveranstaltungen, Publikationen und Ausstellungen. Zu diesem Zweck gibt sie das Mitteldeutsche Jahrbuch für Kultur und Geschichte sowie den vier Mal im Jahr erscheinenden Kultur-Report heraus.

Im Kirchenschiff der Wenceslaikirche in Wurzen wird momentan eine raumgreifende Inszenierung aufgebaut. Sie ist Teil unserer Sonderausstellung, die ab 21. Mai 2018 an den Meißner Bischof Johann von Salhausen erinnert. Die kulturgeschichtliche Schau, die das Zentrum für Kultur//Geschichte im Auftrag der Stadt Wurzen geplant hat, würdigt den Einfluss des Kirchenfürsten auf Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur am Vorabend der Reformation. Am 9. Mai wurde die wertvollste Leihgabe angeliefert: Ein riesiges, über 40 Kilogramm schweres Chorbuch, das Johann von Salhausen für den Gottesdienst im Meißner Dom herstellen ließ. Zwei Restauratoren der Vereinigten Domstifter zu Merseburg, Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz holten die kostbare Last aus der Transportverpackung und platzierten sie in die eigens für dieses Buch angefertigte Vitrine.

Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath sind 2018 für fünf Sonder- und Dauerausstellungen verantwortlich. Dem Zentrum für Kultur//Geschichte oblagen jeweils die inhaltliche Recherche, das Verfassen der Ausstellungstexte, die Auswahl der Exponate sowie Absprachen mit Leihgebern. Damit hat sich das Zentrum für Kultur//Geschichte als verlässlicher Dienstleister für Museen und andere kulturhistorische Einrichtungen etabliert.

Unsere Ausstellungen 2018:

  1. Museum Mühlberg 1547 in Mühlberg/Elbe: Viele Wege führen nach Wittenberg. Kaiser Karl V. und sein Tross in Mühlberg und Mitteldeutschland 1546/47. Die Ausstellung des Museumsverbunds Landkreis Elbe-Elster wurde am 23. März eröffnet und ist noch bis 31. Oktober 2018 zu sehen.

  2. Schlossmuseum Pillnitz: „Macht Euern Dreck alleene!“ Der letzte sächsische König, seine Schlösser und die Revolution 1918. Die diesjährige Premium-Ausstellung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen wurde am 27. April eröffnet. Bis zum 4. November kann man sich über König Friedrich August III. und die Revolution in Sachsen informieren.

  3. St. Wenceslaikirche Wurzen: Mein Glauben! Meine Macht! Johann von Salhausen. Bischof – Bauherr – Landesvater. Die Ausstellung der Großen Kreisstadt Wurzen erinnert an einen bedeutenden Bischof von Meißen am Vorabend der Reformation. Die Ausstellungseröffnung findet am Pfingstmontag statt.

  4. Schloss Weesenstein: Böhmen ist mein Heimatland! Deutsche und Tschechen in Nordböhmen 1918 – 1945. Die Ausstellung des Zentrums für Kultur//Geschichte gemeinsam mit den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen erinnert an das über Jahrhunderte fruchtbare Zusammenleben der Deutschen und Tschechen in Böhmen, das durch die nationalistischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts endete. Anlass der Ausstellung ist die Gründung der Tschechoslowakischen Republik vor 100 Jahren.

  5.  Dommuseum Meißen: Das Zentrum für Kultur//Geschichte ist mit der Planung für die Neugestaltung des Museums im Dom zu Meißen beauftragt worden. Der erste Teil des vollständig neugestalteten Dommuseums wird am 31. Oktober 2018 eröffnet werden.

Am 27. April 2018 eröffnete vor mehr als 200 geladenen Gästen die diesjährige Sonderausstellung der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten (SBG) im Pillnitzer Schlosshof. Unter dem Titel „Macht euern Dreck alleene. Der letzte sächsische König, seine Schlösser und die Revolution 1918“ stellt sie vor dem Hintergrund des Endes der Monarchie und dem Schicksal des sächsischen Königshauses die revolutionären Ereignisse am Ende des Ersten Weltkrieges und den fundamentalen gesellschaftlichen Wandel in den Mittelpunkt. In seiner Eröffnungsansprache verwies Dr. Christian Striefler, Direktor der SBG, darauf, dass dies die einzige Ausstellung sei, die sich den Ereignissen der Novemberrevolution und der Gründung des ersten sächsischen Freistaates widmet.

Für die von Kuratoren Dr. Matthias Donath und Dr. Lars-Arne Dannenberg vom Zentrum für Kultur//Geschichte konzipierte Ausstellung konnten bemerkenswerte, geschichtsträchtige Exponate zusammengetragen werden, wie der Originalschreibtisch, an dem Friedrich August seinen Thronverzicht unterzeichnete, oder bislang nie gezeigte Exponate aus dem Schlössern des Königshauses, deren Schicksal exemplarisch die schwierigen Verhandlungen zum Ausgleichsvertrag im Zusammenhang mit der Fürstenenteignung 1924 beleuchten, oder eine schirmlose Mütze (Krätzchen) mit rot übermalter Kokarde, die seinen Träger als Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrats auswies. 

Die Ausstellung ist bis zum 4. November im Schloss Pillnitz geöffnet.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter gleichnamiger Begleitband erschienen, der spannend und unterhaltsam verschiedene Facetten beleuchtet. 

Die Europäische Kommission hat das Jahr 2018 zum "Europäischen Kulturerbejahr" ausgerufen. Projekte in allen Ländern der EU sollen das kulturelle Erbe sichtbar machen und einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat 30 deutsche Projekte ausgewählt. Eines davon wurde vom Zentrum für Kultur//Geschichte organisiert und vorgeschlagen: Unter der Überschrift "Die Herrnhuter. Von Sachsen nach Europa" widmen wir uns dem Erbe der Herrnhuter. 

Die weltumspannende Bewegung der Herrnhuter Brüdergemeine nahm in Sachsen ihren Ausgang. 1722 hatte Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) auf den Fluren des Ritterguts Berthelsdorf in der Oberlausitz (Sachsen) Glaubensflüchtlinge aus Mähren angesiedelt, denen die Ausübung des evangelischen Glaubens im Königreich Böhmen verboten worden war. So entstand 1722 die Siedlung Herrnhut. Eine Abendmahlsfeier am 13. August 1727 wurde als Erweckungserlebnis empfunden. Seither gilt dieser Tag gilt als Gründungstag der Evangelischen Brüder-Unität (auch Mährische Brüder, Moravians), einer weltweit verbreiteten evangelischen Freikirche.

Ausgehend von Herrnhut, dem zentralen Bezugspunkt der Glaubenstradition der Brüdergemeine, bildete sich ein europaweites Netzwerk von Niederlassungen der Herrnhuter heraus. Diese ca. 30 Orte zeichnen sich durch ein ganz eigenes, unverwechselbares Gepräge aus, das in vielen Orten bis heute ablesbar ist. In 7 europäischen Ländern bestehen noch lebendige oder ehemalige Herrnhuter-Siedlungen.

Ziel des Projektes ist es, ein Netzwerk der Herrnhuter-Siedlungen in Europa aufzubauen. Eingebunden werden alle, die heute die Herrnhuter-Siedlungen nutzen, betreiben, mit Leben erfüllen oder touristisch vermarkten. Über den Aufbau eines Netzwerk-Büros, gegenseitige Besuche und die Veranstaltung einer Konferenz in Herrnhut sollen die Verbindungen zwischen den Akteuren gestärkt werden. Zudem soll ein Wegweiser zu den Orten der Herrnhuter in sechs Sprachen herausgegeben werden. So entsteht eine europäische Kulturroute, die anhand des Erbes der Herrnhuter so wichtige Werte wie Glaubensfreiheit, Respekt vor anderen Sprachen und Kulturen sowie die Überwindung nationaler und konfessioneller Grenzen vermittelt.

Die Sonderausstellung im Museum "Mühlberg 1547" in Mühlberg/Elbe thematisiert die Reise Kaiser Karls V. im Jahr 1547 durch  Mitteldeutschland. Die Idee, ausgehend von der Schlacht bei Mühlberg den Weg des Kaisers zu behandeln, geht auf eine internationale Initiative  zurück: Der Landkreis Elbe-Elster trat 2017 dem Netzwerk "Europäische Kulturrouten Kaiser Karl V." bei, welches sich dem Erbe des deutschen Kaisers und spanischen Königs widmet. So entstand der Gedanke, die Reise des Kaisers aus dem süddeutschen Raum bzw. dem böhmischen Eger nach Wittenberg in einer Sonderschau zu rekonstruieren. 1547 führte Kaiser Karl V. ein Heer an, welches die evangelischen Reichsstände seiner Herrschaft unterwerfen wollte. Dank der Berichte eines spanischen Chronisten ist es möglich, alle Stationen des Kriegszuges nachzuzeichnen. Die Ausstellung zeigt, welche Spuren dieser Kriegszug in mitteldeutschen Raum hinterlassen hat. So wird auf der Burg Gnandstein bis heute an den Aufenthalt des Kaisers erinnert. Und in Glauchau-Jerisau ist ein Kaiserbildnis erhalten, welches der Legende nach von einem Hofmaler im Tross des Kaiser gefertigt worden sein soll.
Zu den reizvollen Inszenierungen der Sonderausstellung gehören zwei Medienstationen, die die Inhalte der Ausstellung spielerisch vermitteln: Auf einem Pferdesattel sitzend, kann man sich anhören, welche Absichten der Kaiser mit seinem Kriegszug hatte und was er dachte, als er 1547vor dem Grab Martin Luthers stand. Eine weitere Medienstation mit Touchscreen enthält 
einen Kaiser-Quiz. Hier können Kinder wie Erwachsene ihr Wissen testen.
Die Ausstellung hat den Titel "Viele Wege führen nach Wittenberg. Kaiser 
Karl V. und sein Tross in Mitteldeutschland und Mühlberg 1547". Sie wird am Freitag, 23. März 2018 um 16.00 Uhr im Museum "Mühlberg 1547" eröffnet und ist dort bis Ende Oktober zu sehen.

Das europäische Kulturerbejahr wirft seine Schatten voraus. Das ZKG hat sich erfolgreich mit einem Projekt im Rahmen der EU-Kampagne Sharing Heritage beworben. Das Projekt "Von Sachsen nach Europa" will das europäische Erbe der Herrnhuter bewusst machen und insbesondere die Akteure an den historischen Stätten der Herrnhuter Siedlungen zusammenbringen. Zum Auftakt des Netzwerktreffens des Europäischen Kulturerbejahres 2018 am 12. Dezember 2017 im Martin-Gropius-Bau Berlin stellte Dr. Lars-Arne Dannenberg das Projekt vor.

Im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei organisierte und veranstaltete das Zentrum Kultur //Geschichte am Sitz der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Schützenhof, das Symposium "100 Jahre Freistaat Sachsen". Eingeladen waren Akteure aus Wissenschaft, Politik und Kultur, um zu erfahren, ob diese vielschichtige Epoche in Ausstellungen, Theater oder Film dargestellt wird und werden kann. Das Symposium diente dem Gedankenaustausch und der Netzwerkbildung.

Foto: Dr. Lars-Arne Dannenberg im Gespräch mit Werne Rellecke von der SLpB

Die Lutherdekade neigt sich dem Ende entgegen. Aller Orten lässt man die Ereignisse Revue passieren. In Wittenberg fand am 25. November 2017 die zentrale Abschlussveranstaltung mit der Fragestellung "Was bleibt?" statt. Dr. Lars-Arne Dannenberg vom Zentrum für Kultur // Geschichte stellte das internationale Verbundprojekt "Gesichter der Reformation" vor und diskutierte im Anschluss in der Podiumsrunde gemeinsam mit Alexander Garth, Christian Otto, Dr. Stefan Rhein, Astrid Mühlmann, Hathumar Drost und Ulrich Seelemann wie die dabei gemachten Erfahrungen für künftige Ereignisse und Jubiläen fruchtbar gemacht werden können. 

Der Elberadweg erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Jährlich sind tausende Radfahrer zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und Hamburg unterwegs. Das Zentrum für Kutlur//Geschichte hat nun einladende und hochwertige Radwegetafeln entwickelt, die an mehreren Standorten auf beiden Seiten der Elbe aufgestellt wurden und auf die Sehenswürdigkeiten Mühlbergs hinweisen und zu einem Besuch der Stadt einladen.

Am 23. Oktober 2017 veranstalteten das Verbindungsbüro des Freistaats Sachsen in Prag, die Deutsche Botschaft in Prag, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens und drei protestantische Kirchen in der Tschechischen Republik einen Festabend zum Gedenken an die Reformation vor 500 Jahren. Die Festveranstaltung begann in der sächsischen Vertretung und damit an einem historischen Ort: dem Wendischen Seminar auf der Prager Kleinseite. Hier waren die Ausstellungen „Gesichter der Reformation in der Oberlausitz, Nordböhmen und Niederschlesien“ sowie eine Präsentation zu den Epitaphien in Zittau aufgebaut worden. Nach Grußworten von Dr. David Michel, dem Leiter des sächsischen Verbindungsbüros, und Thomas Zenker, Oberbürgermeister der Stadt Zittau, hielt Dr. Matthias Donath vom Zentrum für Kultur//Geschichte die Festrede. Er sprach über „Spuren der Reformation im böhmisch-sächsischen Grenzraum“ und betonte das gemeinsame grenzüberschreitende Erbe der Reformation, das in der Tschechischen Republik von drei evangelischen Kirchen weitergetragen wird. Anwesend waren der Patriarch der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche, Tomáš Butta, der Bischof der Schlesischen Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnisses, Magister Tomáš Tyrlík, als Vertreter der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder der Kirchenrat für Internationale Beziehungen dieser Kirche, Dr. Oliver Engelhardt, sowie der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Dr. Carsten Rentzing. Anschließend wurde der Festabend in der Deutschen Botschaft im Lobkowicz-Palais fortgesetzt, wo Botschafter Dr. Christoph Israng die Gäste in den historischen Räumlichkeiten empfing. Unter den Gästen befand sich neben zahlreichen Kirchenvertretern Prinzessin Johanna von Lobkowicz, geb. Gräfin von Castell-Castell.

Unter dem Thema „Vertreibung –Neuansiedlung – Integration. Migrationsprozesse links und rechts der Neiße nach 1945“fanden am 21.10.2017 die Krobnitzer Gespräche auf Schloss Krobnitz bei Görlitz statt. Sie wurden durch das Zentrum für Kultur//Geschichte organisiert. Ausgangspunkt waren die Präsentation der Ergebnisse des in der Trägerschaft der Zittauer Museen stehenden und durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien geförderten Forschungsprojekts „Ich konnte meinen Hof doch sehen. Vertreibung und Integration im Zittauer Zipfel 1945-1950/51“ sowie ein Fazit.

 Außerdem wollten wir mit den Vertriebenen noch einmal ins Gespräch kommen.

In seinen nachdenklich stimmenden Grußworten wies der Görlitzer Landrat Bernd Lange darauf hin, dass uns heute wieder Flucht und Vertreibung ganz plastisch vor Augen stehen, auch wenn dies nicht mit den Ereignissen vor reichlich 70 Jahren vergleichbar ist. Die Verwerfungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind in nahezu jeder Familie im deutsch-polnischen Grenzgebiet in irgendeiner Weise präsent.

>Dr. Lars-Arne Dannenberg skizzierte zunächst die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten rechts der Neiße und ihren Neuanfang und Integration auf dem linken Neißeufer, während Dr. Matthias Donath die polnische Inbesitznahme und Besiedlung der rechtsseitigen Gebiete vorstellte. Einen Sonderfall stellte die weitgehend geschlossene Ansiedlung vertriebener Deutscher aus dem Gablonzer Raum in Nordböhmen aufgrund aufeinander aufbauender Gewerke in einer hochspezialisierten Schmuckindustrie dar, was sogar zur Ortsgründung von Neu Gablonz auf einem ehemaligen Militärgelände in der Nähe von Kaufbeuren führte. Zwar musste die Leiterin des Isergebirgsmuseums in Neu Gablonz, Ute Hultsch, aufgrund einer Erkrankung ihre Teilnahme kurzfristig absagen, sie stellte aber einen eindrücklichen Kurzfilm zur Verfügung. Schließlich erläuterte Dr. Jens Baumann vom Sächsischen Ministerium des Innern die Anstrengungen des Freistaates bei der Umsetzung der Vorgaben von § 96 BVFG bei der Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge sowie der Förderung der wissenschaftlichen Forschung.

Am 12. November 2017 präsentierte das Verbindungsbüro des Freistaats Sachsen in Brüssel die Ausstellung "Gesichter der Reformation in der Oberlausitz, in Böhmen und Schlesien" in der Deutschen Botschaft in Belgien – und damit im Herzen der Europäischen Union. Etwa 130 Gäste, überwiegend aus den Institutionen der EU, folgten der Einladung. Im Anschluss an die Begrüßung durch den deutschen Botschafter und Bernd Lange, Landrat des Landkreises Görlitz sowie Kulturkonventsvorsitzender, hielt Dr. Matthias Donath die Festrede, in der er die Bedeutung der Oberlausitz als Ort der Glaubensfreiheit und Toleranz im Zeitalter der Glaubensspaltung hervorhob. Dabei ging er unter anderem auf das international bedeutsame Wirken der Herrnhuter Brüdergemeine ein, einer evangelischen Freikirche, die in der Oberlausitz ihre Wurzeln hat. Die Vertreter der Botschaften Tschechiens und Polens trugen sehr persönliche Gedanken vor. So erzählte die Vertreterin der tschechischen Botschaft von ihrem Vater, einem Pfarrer der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche, und der Verfolgung ihrer Kirche während der kommunistischen Herrschaft.

Vor 500 Jahren wurde erstmals der Begriff „Lommatzscher Pflege“ verwendet. Dieses Jubiläum, das in Lommatzsch und Umgebung mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wird, bot den Anlass, dieser geschichtsträchtigen Region ein Themenheft der „Sächsischen Heimatblätter“ zu widmen. Seit 2015 arbeiteten die Herausgeber der größten sächsischen Heimatzeitschrift an dieser Idee. Sie konnten zahlreiche Akteure aus der Lommatzscher Pflege zur Mitarbeit gewinnen, darunter zwei ehemalige Bürgermeister sowie eine aktive Bürgermeisterin. Nunmehr ist das Heft, die Ausgabe 4/2017 der „Sächsischen Heimatblätter“, erschienen. In 15 Beiträgen gibt es auf 150 Seiten einen umfassenden Überblick über Naturraum, Geschichte, Landschaft und Dorfentwicklung.

Die Publikation wird kostenfrei abgegeben. Bei Interesse melden Sie sich bitte beim Förderverein für Heimat und Kultur in der Lommatzscher Pflege e.V. unter der Tel.: 03521 – 4760821 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Alternativ können Sie einzelne Hefte auch direkt beim Zentrum für Kultur//Geschichte, Dorfstraße 3, 01665 Käbschütztal OT Niederjahna abholen oder sie sich gegen eine Versandkostenpauschale von 5,00 Euro (für Verpackung, Versandmaterial, Porto) zusenden lassen.

Die „Sächsischen Heimatblätter“ berichten in einen breiten Überblick über Kunst, und Kultur, Natur und Denkmalpflege, Geschichte und Volkskunde. Dabei berücksichtigen sie alle Landschaften der sächsischen Heimat. Jeder Jahrgang umfasst bis zu 500 Seiten mit durchgängig farbigen, reich illustrierten und verständlichen geschriebenen Beiträgen. Bestellungen richten Sie bitte an:

Zentrum für Kultur//Geschichte, Dorfstraße 3, 01665 Niederjahna oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Konzept, einzelne Kulturlandschaften Sachsens in Geschichte und Gegenwart vorzustellen, wollen die Herausgeber der „Sächsischen Heimatblätter“ zukünftig auch auf andere sächsische Regionen übertragen. Dadurch können auch andere LEADER-Gebiete eine wesentliche stärkere Beobachtung erfahren, was sich wiederum auf die Identität und das Gemeinschaftsgefühl auswirkt. 

Das Heft ist leider vergriffen.

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Auf Einladung des Augsburger Landrats Martin Sailer macht die erfolgreiche Ausstellung „Gesichter der Reformation“ des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien derzeit Station in Augsburg. Die Stadt spielte eine wichtige Rolle im Reformationsprozess und gab der grundlegenden Bekenntnisschrift der Lutheraner, der Confessio Augustana, ihren Namen.

Der Görlitzer Landrat und zugleich Kulturkonventsvorsitzende Bernd Lange ließ es sich nicht nehmen, die Ausstellung mit seinem Amtskollegen Landrat Sailer am 24. September zu eröffnen. Eingeführt wurden die Gäste durch den Kurator der Ausstellung, Dr. Lars-Arne Dannenberg.

Durch die großzügige Präsentation im Foyer des Landratsamts Augsburg können die interessierten Besucher sich mit der spannenden Geschichte des Dreiländerecks vertraut machen und in Zukunft vielleicht selbst einmal die Region zu entdecken. 

Dr. Lars-Arne Dannenberg und der Augsburger Landrat Martin Sailer im Gespräch (Foto: Annemarie Neher)

 

Im Rahmen der Sächsischen Länderwoche, in der sich der Freistaat Sachsen im Reformationsjahr mit einer Vielzahl von Veranstaltungen in Wittenberg präsentierte, organisierte das Zentrum für Kultur//Geschichte die abschließende Podiumsdiskussion am 2. September unter dem Motto: 10 Jahre Lutherdekade - was bleibt? Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Dr. Lars-Arne Dannenberg und Dr. Matthias Donath. Als Gesprächspartner hatten sie zu Gast Pfarrer im Ruhestand Heiner Sandig, langjähriger Landtagsabgeordneter und Ausländerbeauftragter Sachsens, Frank Richter, von 2009 bis Januar 2017 Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und seit Februar 2017 Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, sowie Dr. Michael Beyer, Reformationsforscher und Experte für Lutherrezeption. 

In der Gesprächsrunde wurde das Jubiläum auch durchaus kritisch hinterfragt, etwa ob nicht die Person Martin Luthers zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wurde anstatt den Reformationsprozess, ob die historische Erinnerung das Gedenken zum Nachteil der religiös-spirituellen Besinnung überwiegt, dass ein solch fundamentales Ereignis mit derart intensiver und langer Vorbereitung auch anders hätte gefeiert werden können, oder wie das starke staatliche Engagement angesichts der Trennung von Staat und Kirche zu bewerten ist. Grundsätzlich aber, da waren sich die Gesprächsteilnehmer einig, hat die Vermittlung in die Gesellschaft hinein funktioniert, da es eben nicht nur Ausstellungen und (wissenschaftliche) Publikationen waren, sondern es auch zahlreiche aktive Formate, Installationen, Theaterstücke und dergleichen gab und dabei auch aktuell berührende Fragestellungen angesprochen wurden.

Im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff ist seit dem 8. Juli 2017 die Sonderausstellung „Rotgrüne Löwen. Die Familie von Schönberg im Wilsdruffer Land“. Sie beruht auf den Forschungen von Dr. Matthias Donath, der sich intensiv mit der Familie von Schönberg befasst und 2014 das Buch „Rotgrüne Löwen“ veröffentlicht hat. Mit ihm hat das Heimatmuseum Wilsdruff erstmals einen externen Kurator beauftragt, eine Sonderausstellung zu gestalten. Stücke aus dem Heimatmuseum und Exponate von über zehn Leihgebern verdeutlich die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Schönbergs für Wilsdruff und Umgebung. Das Schloss Rothschönberg bei Wilsdruff war der Stammsitz der Familie; die Kleinstadt Wilsdruff wurde um 1420 dem Herrschaftskomplex hinzugefügt. Die prägende Anwesenheit der in mehrere Zweige geteilten Familie endete 1945 mit der Enteignung der Rittergüter Rothschönberg, Limbach, Wilsdruff sowie Nieder- und Oberreinsberg. Die Ausstellung erklärt Herrschaftsausübung, Familienverständnis, Bewirtschaftung der Rittergüter, Stiftungen für Kirche und Gesellschaft sowie die Bodenreform und die Verfolgungen im 20. Jahrhundert. Mehrere, teils großformatige Gemälde sowie Fotografien zeigen die Familienmitglieder, die im Wilsdruffer Land gelebt haben.

Die Ausstellung wurde am 8. Juli 2017 von Bürgermeister Ralf Rother, Museumsleiterin Angelika Marienfeldt und Kurator Dr. Matthias Donath eröffnet. Zur Ausstellungseröffnung erklangen Lieder des Dresdner Komponisten Johann Gottlieb Naumann (1741-1801). Sie passten deshalb zum Thema, weil Peter August von Schönberg (1732-1791), Hausmarschall des Kurfürsten von Sachsen, den noch jungen Komponisten, der später als „Dresdner Mozart“ bekannt wurde, förderte. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Oktober zu sehen. Zum Abschluss bietet Dr. Matthias Donath eine Sonderführung an (Sonntag, 8. Oktober 2017, 15 Uhr).

Schloss Nossen „Heimat bleibt“

In den letzten Jahren hat sich das Zentrum für Kultur//Geschichte nicht nur mit dem Schicksal vertriebener Familien aus Sachsen, Böhmen und Schlesien befasst, sondern 25 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Regimes und der Möglichkeit der Rückkehr auch mit der Wiederansiedlung. Dabei entstand die Wanderausstellung „Heimat bleibt. Vertriebene Familien kehren zurück“, die in deutscher, polnischer und tschechischer Sprache über die Familienschicksale berichtet. Im Mittelpunkt stehen jene Familien, die sich nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft zu einer Rückkehr in die angestammte Heimat entschieden haben – obwohl seit der Vertreibung mehrere Jahrzehnte vergangen waren und oftmals keine Restitution von enteignetem Vermögen zu erwarten war. Unsere Forschungen ergaben, dass überwiegend Angehörige adliger Familien eine Neuansiedlung in Schlesien und Böhmen gewagt haben. Im Vergleich wird die Situation in Sachsen dargestellt, wo nach dem Ende der DDR etwa 30 Adelsfamilien in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind. Die Ausstellung ist nach ihrer Präsentation in Krobnitz bei Görlitz jetzt im Westflügel des Schlosses Nossen zu sehen. Bis zum 6. November 2017 bietet sich die Möglichkeit, Einblicke in die unterschiedlichen rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen in Deutschland, Polen und Tschechien zu gewinnen. Am 22. Oktober 2017, 15.00 Uhr findet eine Sonderführung durch Dr. Matthias Donath estatt. Zur Ausstellung erschien eine reich bebilderte Begleitpublikation (110 Seiten, farbig, 9,80 Euro), die vor Ort erworben werden kann.

Das Herrenhaus Niederjahna ist nicht nur der Sitz des Zentrums für Kultur//Geschichte. Im Erdgeschoss befindet sich nunmehr auch die Kapelle St. Donatus. Am 7. August 2017 (nach dem kirchlichen Kalender ist das der Festtag des heiligen Donatus) wurde die neugestaltete evangelisch-lutherische Kapelle mit einem festlichen Gottesdienst in den kirchlichen Dienst genommen. Die Weihe vollzog der Meißner Dompropst und Superintendent i.R. Andreas Stempel unter Mitwirkung von Pfarrer Uwe Haubold und Pfarrer Bernd Oehler (Kirchgemeinde St. Afra in Meißen) und von Rittern des Johanniterordens. In der Kapelle werden zukünftig Gottesdienste und Andachten stattfinden, vor allem für die Bewohner von Niederjahna und anderen Dörfer der Umgebung. Hier gab es nie eine Kirche, da die Dörfer allesamt zum weit ausgreifenden Pfarrsprengel von St. Afra in Meißen gehörten. Mit der Einrichtung einer Kapelle wird die Kirchgemeinde St. Afra wieder in den Afranischen Dörfern der Lommatzscher Pflege präsent sein. Dr. Matthias Donath als Hausherr und Ehrenritter des Johanniterordens wird regelmäßig zu Gottesdiensten und Andachten einladen. Einmal im Monat finden im Herrenhaus Niederjahna außerdem die „Niederjahnaer Gespräche“ statt – eine Veranstaltungsreihe mit christlichem Hintergrund.

Die Kapelle ist dem heiligen Donatus von Arezzo geweiht, dem Patron des Meißner Doms und des alten Bistums Meißen. Der Familienname Donath leitet sich von dem Heiligennamen Donatus ab.

Die vom Zentrum Kultur//Geschichte konzipierte und gemeinsam mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa (DKF) erstellte Publikation "Das Erbe der Reformation im östlichen Europa. Orte evangelischer Kultur und Geschichte in Polen, Russland, Tschechien, Slowakai, Urngarn und Rumänien" ist erschienen. Die durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland geförderte Studie stellt augewählte Orte der Reformation in Ostmittel- und Südosteuropa vor. Die reicht bebilderte Broschüre erscheint in sechs Sprachen (deutsch, polnisch, tschechisch, slowakisch, ungarisch und rumänisch) und kann gemeinsam mit den von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien geförderten Ausstellungen zum evangischen Erbe in Ländern Osteuropas, von denen das Zentrum Kultur//Geschichte einige konzipiert hat, über das DKF bezogen werden.

Der 2014 gegründete Freundeskreis Schlösserland Sachsen fördert und unterstützt Maßnahmen zur Erhaltung kulturellen Erbes in Sachsen. Er bildet ein Netzwerk staatlicher, kommunaler und privater Schlösser und ähnlicher Objekte. Die derzeit rund 180 Mitglieder vertreten 53 Burgen, Schlösser und Gärten unterschiedlicher Größe, verteilt auf ganz Sachsen. Auf der Mitgliederversammlung, die am 18. Juni 2017 in Hirschstein (Landkreis Meißen) stattfand, legte der Vorstand über die ersten 3 ½ Jahre Rechenschaft ab. Dr. Matthias Donath, der seit der Gründung dem Verein vorsteht, wurde erneut für drei Jahre zum Vorsitzenden gewählt.

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