Im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff ist seit dem 8. Juli 2017 die Sonderausstellung „Rotgrüne Löwen. Die Familie von Schönberg im Wilsdruffer Land“. Sie beruht auf den Forschungen von Dr. Matthias Donath, der sich intensiv mit der Familie von Schönberg befasst und 2014 das Buch „Rotgrüne Löwen“ veröffentlicht hat. Mit ihm hat das Heimatmuseum Wilsdruff erstmals einen externen Kurator beauftragt, eine Sonderausstellung zu gestalten. Stücke aus dem Heimatmuseum und Exponate von über zehn Leihgebern verdeutlich die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Schönbergs für Wilsdruff und Umgebung. Das Schloss Rothschönberg bei Wilsdruff war der Stammsitz der Familie; die Kleinstadt Wilsdruff wurde um 1420 dem Herrschaftskomplex hinzugefügt. Die prägende Anwesenheit der in mehrere Zweige geteilten Familie endete 1945 mit der Enteignung der Rittergüter Rothschönberg, Limbach, Wilsdruff sowie Nieder- und Oberreinsberg. Die Ausstellung erklärt Herrschaftsausübung, Familienverständnis, Bewirtschaftung der Rittergüter, Stiftungen für Kirche und Gesellschaft sowie die Bodenreform und die Verfolgungen im 20. Jahrhundert. Mehrere, teils großformatige Gemälde sowie Fotografien zeigen die Familienmitglieder, die im Wilsdruffer Land gelebt haben.

Die Ausstellung wurde am 8. Juli 2017 von Bürgermeister Ralf Rother, Museumsleiterin Angelika Marienfeldt und Kurator Dr. Matthias Donath eröffnet. Zur Ausstellungseröffnung erklangen Lieder des Dresdner Komponisten Johann Gottlieb Naumann (1741-1801). Sie passten deshalb zum Thema, weil Peter August von Schönberg (1732-1791), Hausmarschall des Kurfürsten von Sachsen, den noch jungen Komponisten, der später als „Dresdner Mozart“ bekannt wurde, förderte. Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Oktober zu sehen. Zum Abschluss bietet Dr. Matthias Donath eine Sonderführung an (Sonntag, 8. Oktober 2017, 15 Uhr).

Schloss Nossen „Heimat bleibt“

In den letzten Jahren hat sich das Zentrum für Kultur//Geschichte nicht nur mit dem Schicksal vertriebener Familien aus Sachsen, Böhmen und Schlesien befasst, sondern 25 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Regimes und der Möglichkeit der Rückkehr auch mit der Wiederansiedlung. Dabei entstand die Wanderausstellung „Heimat bleibt. Vertriebene Familien kehren zurück“, die in deutscher, polnischer und tschechischer Sprache über die Familienschicksale berichtet. Im Mittelpunkt stehen jene Familien, die sich nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft zu einer Rückkehr in die angestammte Heimat entschieden haben – obwohl seit der Vertreibung mehrere Jahrzehnte vergangen waren und oftmals keine Restitution von enteignetem Vermögen zu erwarten war. Unsere Forschungen ergaben, dass überwiegend Angehörige adliger Familien eine Neuansiedlung in Schlesien und Böhmen gewagt haben. Im Vergleich wird die Situation in Sachsen dargestellt, wo nach dem Ende der DDR etwa 30 Adelsfamilien in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind. Die Ausstellung ist nach ihrer Präsentation in Krobnitz bei Görlitz jetzt im Westflügel des Schlosses Nossen zu sehen. Bis zum 6. November 2017 bietet sich die Möglichkeit, Einblicke in die unterschiedlichen rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen in Deutschland, Polen und Tschechien zu gewinnen. Am 22. Oktober 2017, 15.00 Uhr findet eine Sonderführung durch Dr. Matthias Donath estatt. Zur Ausstellung erschien eine reich bebilderte Begleitpublikation (110 Seiten, farbig, 9,80 Euro), die vor Ort erworben werden kann.