Das Zentrum für Kultur // Geschichte in Niederjahna

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Arbeitsfelder: Publikationen

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Zentrum für Kultur // Geschichte
Dorfstraße 3
01665 Käbschütztal / OT Niederjahna

Kontakt:

Dr. Lars-Arne Dannenberg
Telefon: +49 35795 / 16010
E-Mail: lars-arne.dannenberg@zkg-dd.de

Kontakt:

Dr. Matthias Donath
Telefon: +49 3521 / 4920796
E-Mail: matthias.donath@zkg-dd.de

 

Wir machen Kultur // Geschichte lebendig!


Das Zentrum für Kultur // Geschichte verbindet kulturelle und historische Fakten mit der Gegenwart und bewahrt sie vor dem Vergessen. Wir bieten maßgeschneiderte Leistungen u. a. in Form von Ausstellungen, Museumskonzeptionen, Publikationen, Recherchen und Exkursionen. Unsere Arbeiten sind wissenschaftlich fundiert und dennoch allgemeinverständlich. Moderne Publikationen mit zahlreichen Hintergrundinformationen regen zum Mitdenken an und sind optisch ansprechend gestaltet. Erst dadurch lassen sich Kultur und Geschichte mit allen Sinnen erfahren.
Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Einblick in unser Leistungsspektrum und unsere Arbeitsweise.

Torgau ist der Standort der 9. Sächsischen Landesgartenschau. Bereits im Vorfeld hatte der Torgauer Geschichtsverein Forschungen angestoßen, die ein bisher kaum bekanntes Kapitel der Stadtgeschichte behandeln: Torgau war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein naturwissenschaftliches Forschungszentrum. Ein Netzwerk um den Torgauer Stadtarzt Johann Kentmann (1518–1574) beschäftigte sich mit Pflanzen, Wirkstoffen, Gesteinen und Heilkunde. Dies belegt das „Kreutterbuch“, das Johann Kentmann 1573 für Kurfürst August von Sachsen anfertigte und das in der SLUB Dresden erhalten geblieben ist. Großformatige Zeichnungen dokumentieren die Pflanzenwelt, die Kentmann in den Torgauer Gärten vorfand, vor allem im Apothekergarten des Johannes Kreich, wohl aber auch im kurfürstlichen Lust- und Baumgarten nahe dem Torgauer Schloss. Vor allem Pflanzen, die aus der „neuen Welt“ und dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa kamen, sind im „Kreutterbuch“ erstmals abgebildet, zum Beispiel die Tomate, die Tulpe oder das Schneeglöckchen.

Die Ausstellung im Stadt- und Kulturgeschichtlichen Museum unter dem Titel „Vom Paradiesgarten zur Gartenlaube. Johann Kentmann und die Torgauer Gärten“ gibt einen Einblick in die Gartenkultur Torgaus vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Kurator war Dr. Matthias Donath, der ein Konzept des Leipziger Ausstellungsbüros KOCMOC, welches auch die Ausstellungsgestaltung übernahm, weiterentwickelte.

Der älteste „Garten“ der Ausstellung ist ein gemalter Paradiesgarten in einem tonnengewölbten Raum im Erdgeschoss des Museums. Die Ausmalung wurde um 1480 geschaffen, als das heutige Museumsgebäude noch das Stadthaus des Klosters Nimbschen in Torgau war. Schon vor 20 Jahren wurde die Ausmalung unter dicken Übermalungen entdeckt. Dank umfangreicher Förderungen des Freistaats Sachsen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte sie nunmehr im ganzen Raum freigelegt werden. Es handelt sich um die größte zusammenhängende spätgotische Rankenmalerei dieser Art in Sachsen. Phantasievögel, Blüten, wilde Männer und Frauen beleben die gemalte Gartenillusion.

Der zentrale Museumsraum, der zugleich für Veranstaltungen genutzt wird und deshalb eine Bestuhlung besitzt, wurde raffiniert in die Inszenierung einbezogen. Denn indem auf den Stühlen die Pflanzen aus Kentmanns „Kreutterbuch“ abgebildet sind, bilden sie einen „Stuhlgarten“. Er imaginiert die Bedeutung der botanischen Gärten des 16. Jahrhunderts, die leider alle verloren sind. Alle Spuren wurden durch den Dreißigjährigen Krieg und später durch den Bau der Festung Torgau beseitigt. Erhalten sind aber Bücher und Handschriften Kentmanns, die seine Bedeutung für die naturkundliche Forschung herausheben. Vorgestellt werden außerdem der kurfürstliche Baum- und Lustgarten, der im 17. Jahrhundert unterging, und der in den 1950er Jahren nach Entwurf von Hermann Schüttauf (1890–1967) neugeschaffene Rosengarten am Torgauer Schloss. Hauptstandort der Sächsischen Landesgartenschau ist das Glacis rund um die Torgauer Innenstadt. Dieser Teil der Festungsanlage wurde ab 1895 in einen Stadtpark umgewandelt. Wie die Ausstellung zeigt, zeichnet dieser die Lage der ehemaligen Bastionen nach und enthält auch Bauteile der früheren Festung.

Weitgehend unbekannt war bislang, welche Bedeutung Kleingärten für Torgau haben. Die Recherche im Vorfeld der Ausstellung ergab, dass keine andere Stadt in Sachsen eine derart hohe Kleingartendichte hat. Auf acht Einwohner kommt eine Gartenparzelle. Die ersten Kleingärten mit Lauben und Beeten entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert, bevor dann in den 1920er Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg und nochmals in den 1980er Jahren Kleingartensparten wie Pilze aus dem Boden schossen. Auch sie sind Teil der Torgauer Gartenkultur.

Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober 2022 geöffnet. Der wissenschaftliche Hintergrund kann in einem Begleitband nachgelesen werden, der als Band 16 der Schriften des Torgauer Geschichtsvereins im Via Regia Verlag erschien. Das Buch „Johann Kentmann und die Torgauer Gärten“ kostet 20,00 Euro und kann beim Torgauer Geschichtsverein, Wintergrüne 5, 04860 Torgau, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!bezogen werden.

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